Hunde sind schon seit meiner Kindheit ein fester Teil meines Lebens. Mein erster Hund Mischi kam zu mir, als ich neun Jahre alt war.
Und irgendwie hat sich seitdem ein roter Faden durchgezogen, der bis heute geblieben ist:
Hunde sind nicht einfach „nur Hunde“ , sondern eigene Persönlichkeiten mit Emotionen, Geschichte und ihrer ganz eigener Sicht auf die Welt.
Im Laufe der Jahre sind viele Hunde Teil meines Lebens geworden. Sehr unterschiedliche Charaktere, jeder auf seine Art besonders. Mischlinge wie Mischi, Jessy, Raggy und Oskar genauso wie meine Saarlooswolfhunde Kimani, Aira, Mírien, Elenya und Feamára. Sowie etlichen Gasthunden.
Jeder einzelne hat mir etwas anderes gezeigt und meinen Blick immer wieder erweitert.
Gerade Hunde mit viel Eigenständigkeit haben mich geprägt.
Saarlooswolfhunde, andere Wolfhunde, nordische Rassen, Windhunde, Herdenschutzhunde oder Hunde vom Urtyp. Mit ihnen wird schnell klar, dass Verhalten nicht einfach gemacht wird, sondern entsteht. Aus Instinkt, aus Umwelt, aus Stress, aus Geschichte. Und dass man nur dann wirklich weiterkommt, wenn man bereit ist, hinzuschauen und zu verstehen.
Die Zucht der Saarlooswolfhunde ist für mich nichts Oberflächliches, sondern aus einer tiefen Verbundenheit zu dieser besonderen Rasse entstanden. Dadurch konnte ich viel über Genetik, Entwicklung Verhalten und vor allem über frühe Sozialisation lernen . Dinge, die auch für Hundetrainer nicht Alltäglich sind, es sind Erfahrungen die wachsen und sich entwickeln.
Dazu kommt meine Erfahrung als Hundesitterin und im Hundeverein als Trainerin.
Viel Alltag, viele verschiedene Hunde, viele unterschiedliche Menschen.
Und mit der Zeit lernt man etwas sehr Einfaches und gleichzeitig sehr Wichtiges:
Es läuft selten geradeaus. Und es gibt fast nie die eine Lösung, die für alle passt.
Auch aus der Arbeit mit Menschen in der sozialen Begleitung nehme ich viel mit. Dort begegnet man Lebenssituationen, die nicht glatt sind. Phasen, in denen es nicht rund läuft. Und genau da wird klar, dass Entwicklung nicht perfekt sein muss, sondern ehrlich.
Dass es nicht darum geht, immer alles richtig zu machen, sondern dranzubleiben und weiterzugehen, auch wenn es manchmal holprig ist.
Ich kenne dieses Struggeln auch aus dem eigenen Leben. Fehler gehören dazu, Umwege auch. Perfekt muss es nicht sein, aber bewusst und reflektiert.
Für mich hört Entwicklung nicht auf, nur weil es unbequem wird.
Eher im Gegenteil. Genau dort fängt sie oft erst richtig an.
Everything is connected, und manchmal fügt sich vieles auch wieder, wenn man dranbleibt und den Überblick nicht verliert.
Die tiergestützte Arbeit hat diesen Blick noch erweitert. Vor allem darauf, wie stark Hunde im Zusammenspiel mit Menschen wirken und wie wichtig es ist, damit verantwortungsvoll und bewusst umzugehen.
Durch die Ausbildung in der Physiotherapie für Hunde ist noch ein sehr körperlicher Zugang dazugekommen. Ein Verständnis dafür, wie eng Körper, Spannung, Bewegung und Verhalten zusammenhängen. Dass man vieles erst dann wirklich versteht, wenn man den Körper mit einbezieht.
All das fließt heute zusammen.
Doggos Modernes Leben beschreibt genau diese Realität. Hunde leben heute in einer Welt, die weit von ihrer ursprünglichen Umgebung entfernt ist. Sie sind mitten in unserem Alltag, in sozialen Strukturen und in einem komplexen Lebensumfeld, das viel von ihnen fordert.
Doggos steht für unsere modernen Hunde, unsere Begleiter im Alltag. Modernes Leben beschreibt genau diesen gemeinsamen Raum, in dem wir heute miteinander unterwegs sind.
Hundetraining ist für mich deshalb nie nur eine Methode oder ein Ablauf. Es ist immer eingebettet in das Leben selbst.
Ich schaue auf Verhalten nie eindimensional, sondern immer im Zusammenhang. Charakter, Herkunft, Alltag, Körper, Beziehung und Lebenssituation greifen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig.
Darum arbeite ich nicht nach starren Konzepten, sondern mit dem, was wirklich da ist. Mit dem Leben, so wie es gerade ist. Und mit dem, was für genau diesen Hund und diesen Menschen möglich ist.
Mir ist wichtig, nicht über Menschen oder Hunde zu urteilen, sondern mit ihnen zu arbeiten. Auf Augenhöhe, ehrlich und ohne Druck.
Meine Erfahrung ist über viele Jahre gewachsen und hat sich nie in einzelne Schubladen getrennt. Leben mit Hunden seit der Kindheit, Zucht aus echter Verbundenheit, viele Jahre im Hundeverein, Hundesitting, soziale Arbeit mit Menschen, tiergestützte Arbeit und der körperliche Blick aus der Physiotherapie.
Diese Vielseitigkeit ist für mich kein Konzept, sondern mein ganz persönlicher Weg.
Ich bilde mich weiter, ich bleibe offen und ich möchte mir diese Breite bewusst erhalten,
weil ich das System als Ganzes sehe.
Am Ende geht es für mich immer um dasselbe. Hund und Mensch im echten Leben zu verstehen. Mit allem, was dazugehört. Nicht perfekt, aber echt. Und Schritt für Schritt stimmig.